Money Life Hacks: 40 Wege, wie du in der Schweiz mehr von deinem Geld behältst

Alles wird teurer, und das Konto merkt es zuerst. Die gute Nachricht: Die grössten Sparhebel liegen nicht beim Kaffee, sondern bei Rechnungen, die du einmal im Jahr anschaust. Oder nie.

Stand: Oktober 2026. Wir aktualisieren die Zahlen jedes Jahr.

Wohnen und Fixkosten

  • 1

    Krankenkasse prüfen

    Hebel gross

    Die Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Kassen gleich, die Prämien nicht. 2027 kostet die mittlere Prämie CHF 412 im Monat. Vergleiche auf priminfo.admin.ch, prüfe Modell und Franchise. Die Kündigung muss bis 30. November bei der Kasse eintreffen.

    Frist: 30. November

  • 2

    Miete senken lassen

    Hebel gross

    Der Referenzzinssatz für Mieten liegt bei 1,25 %. Steht in deinem Vertrag oder in der letzten Mietzinsanpassung ein höherer Satz, kannst du schriftlich eine Senkung verlangen. Der Vermieter darf dagegen die Teuerung und gestiegene Kosten verrechnen, die Senkung kann also kleiner ausfallen. Fragen kostet trotzdem nichts, und viele Vermieter senken nicht von selbst.

  • 3

    Nebenkostenabrechnung prüfen

    Hebel klein bis mittel

    Du darfst die Belege einsehen. Fehler bei Heizkosten oder Verwaltungspauschalen sind häufiger, als man denkt.

  • 4

    Beim Umzug den Steuerfuss prüfen

    Hebel gross, aber selten

    Zwischen Gemeinden unterscheiden sich die Steuern stark. Öffne den Steuerrechner deines Kantons, bevor du den Mietvertrag unterschreibst.

  • 5

    Doppelte Versicherungen streichen

    Hebel mittel

    Reiseversicherung über die Kreditkarte und nochmals separat. Unfalldeckung bei der Krankenkasse, obwohl du über den Arbeitgeber versichert bist. Vollkasko für ein zehnjähriges Auto. Leg einmal alle Policen auf den Tisch.

  • 6

    Handy-Abo prüfen

    Hebel mittel

    Viele zahlen für Datenmengen und Roaming, die sie nie brauchen. Günstige Zweitmarken nutzen oft dasselbe Netz wie die grossen Anbieter.

  • 7

    Internet, TV und Festnetz entbündeln

    Hebel mittel

    Wer nur noch streamt, zahlt oft weiter für TV-Pakete und ein Festnetz, das nie klingelt. Und: Bei einer Kündigungsandrohung gibt es oft ein Treueangebot. Treue wird sonst bestraft, die besten Preise bekommen Neukunden.

  • 8

    Abos kündigen, dann entscheiden

    Hebel mittel

    Streaming, Apps, Fitness, Zeitungen. Erst alles kündigen, was du nicht bewusst nutzt. Was du vermisst, kannst du jederzeit wieder abschliessen.

  • 9

    Mobilität mit Vollkosten rechnen

    Hebel gross

    Ein Auto ist für viele Haushalte der grösste Posten nach der Miete. Rechne mit Abschreibung, Versicherung, Service und Parkplatz, nicht nur mit dem Benzin. Halbtax, Sparbillette und Carsharing schneiden oft besser ab, als man denkt.

  • 10

    Generika statt Original

    Hebel mittel

    Nimmst du ein Original, obwohl es ein günstigeres Generikum gibt, zahlst du seit 2024 40 % Selbstbehalt statt 10 %. Ausnahme: medizinische Gründe. Frag in der Apotheke.

Steuern und Vorsorge

  • 11

    Säule 3a voll einzahlen

    Hebel gross

    Bis CHF 7'258 pro Jahr (2026) und CHF 7'373 (2027) für Angestellte mit Pensionskasse, voll vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Voraussetzung ist ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen. Je höher dein Einkommen, desto mehr sparst du.

  • 12

    3a-Lücken nachzahlen

    Hebel mittel

    Lücken ab dem Jahr 2025 kannst du bis zu zehn Jahre später nachzahlen und abziehen. Voraussetzung: Im Lückenjahr hattest du AHV-pflichtiges Einkommen, und das aktuelle Jahr ist bereits voll einbezahlt. Wie das genau läuft, steht in Ausgabe 001: Dein 3a hat plötzlich ein Gedächtnis.

  • 13

    3a investieren statt im Cash parken

    Hebel gross

    Ein 3a-Konto mit Zins nahe null ist langfristig die teure Variante. Wer 20 oder 30 Jahre Zeit hat, kann das Geld in Wertschriften anlegen. Mit Schwankungen.

  • 14

    Alle Abzüge nutzen

    Hebel mittel

    Berufsauslagen, Weiterbildung, Spenden, Kinderbetreuung, Krankheitskosten über dem Selbstbehalt. Wer nur die Standardfelder ausfüllt, verschenkt Geld.

  • 15

    Verrechnungssteuer zurückholen

    Hebel klein bis mittel

    Auf Schweizer Dividenden und Zinsen werden 35 % abgezogen. Du bekommst sie zurück, aber nur, wenn du die Erträge im Wertschriftenverzeichnis angibst.

  • 16

    In die Pensionskasse einkaufen

    Hebel gross (bei höherem Einkommen)

    Hast du eine Einkaufslücke, ist ein Einkauf voll abziehbar. Achtung: Danach gilt eine Sperrfrist von drei Jahren für Kapitalbezüge.

  • 17

    Vergessenes Pensionskassengeld suchen

    Hebel potenziell gross

    Mehrmals den Job gewechselt? Vielleicht liegt irgendwo noch Freizügigkeitsgeld. Die Suche über die Zentralstelle 2. Säule ist kostenlos.

  • 18

    AHV-Auszug bestellen

    Hebel gross, langfristig

    Jedes fehlende Beitragsjahr kürzt die AHV-Rente um rund 2,3 %, lebenslang. Lücken kannst du nur fünf Jahre zurück nachzahlen. Bestelle deinen Auszug bei der Ausgleichskasse. Mehr dazu in Ausgabe 001: Deine AHV-Rente beginnt heute.

  • 19

    Steuern monatlich ansparen

    Hebel klein bis mittel

    Die Steuerrechnung kommt einmal im Jahr und sprengt das Budget. Ein eigenes Steuerkonto mit monatlichem Dauerauftrag verhindert das. Dasselbe Prinzip funktioniert für alle Jahresrechnungen: Franchise, Autoversicherung, Ferien.

Einkommen

  • 20

    Fringe Benefits abholen

    Hebel mittel

    Halbtax oder GA, Weiterbildung, Reka-Checks, Lunch-Checks, ein höherer Sparplan in der Pensionskasse, falls deine Kasse Wahlpläne anbietet. Viele Arbeitgeber bieten mehr, als die Angestellten nutzen.

  • 21

    Lohn verhandeln

    Hebel sehr gross

    Der grösste Hack steht auf fast keiner Sparliste: mehr verdienen. Eine Lohnerhöhung wirkt jedes Jahr, auch auf AHV und Pensionskasse.

  • 22

    Die Hälfte jeder Lohnerhöhung sparen

    Hebel gross

    Richte den Sparauftrag gleich nach der Lohnerhöhung höher ein, bevor du dich an das neue Geld gewöhnst. Dein Lebensstandard steigt trotzdem, nur nicht im Gleichschritt mit dem Lohn. Inspiriert vom amerikanischen «Save More Tomorrow».

Geld auf dem Konto

  • 23

    Notgroschen definieren, den Rest bewegen

    Hebel gross

    Aufs Konto gehören der Notgroschen, oft drei bis sechs Monatsausgaben, und das Geld, das du in den nächsten zwei bis drei Jahren brauchst. Der Rest verliert real an Wert. Der durchschnittliche Sparzins liegt bei rund 0,11 %.

  • 24

    Sparzinsen vergleichen

    Hebel klein

    Grossbanken zahlen teils 0,05 %, einzelne Anbieter bis 1 %. Für den Notgroschen lohnt sich der Vergleich.

  • 25

    Zuerst dich selbst bezahlen

    Hebel gross

    Am Lohntag gehen per Dauerauftrag zuerst die Fixkosten raus, gleich danach ein fixer Betrag in die 3a oder einen ETF-Sparplan. Erst was dann bleibt, ist zum Ausgeben da. Wer spart, was am Monatsende übrig bleibt, spart meistens nichts.

Gebühren

  • 26

    Konto- und Depotgebühren prüfen

    Hebel klein bis mittel

    Bankpakete und Kontoführung kosten schnell einen dreistelligen Betrag im Jahr. Zahlst du für dein Kontopaket, prüfe, ob du wirklich alle Leistungen brauchst. Dazu kommt beim Depot eine jährliche Gebühr in Prozent deines Vermögens. Viele Neobanken und Onlinebroker verlangen für Konto und Depot nichts oder fast nichts.

  • 27

    Fondsgebühren prüfen

    Hebel mittel bis gross

    Bei Anlagefonds zahlst du oft doppelt. Die Ausgabekommission ist eine einmalige Gebühr beim Kauf von Anlagefonds, die je nach Bank bis zu 5 % des Investitionsbetrags betragen kann. Dazu kommen die laufenden Kosten pro Jahr (TER, Total Expense Ratio): Bankenfonds werden oft aktiv verwaltet und sind damit 0,75 bis 1,50 % pro Jahr teurer als ETF. Ein Prozent pro Jahr klingt wenig und frisst über Jahrzehnte einen grossen Teil der Rendite.

  • 28

    Fremdwährungskosten prüfen

    Hebel mittel

    Banken tauschen nicht zum Mittelkurs, sondern mit einem Aufschlag. Das gilt bei Überweisungen ins Ausland, beim Kauf von Euro oder Dollar und beim Kauf von Aktien und ETF in Fremdwährung. Der Aufschlag steht oft nicht als Gebühr auf der Abrechnung, sondern steckt im Kurs. Vergleiche den Kurs deiner Bank mit dem Mittelkurs, und prüfe bei Wertschriften, ob es eine Handelslinie in Franken gibt.

  • 29

    Im Ausland in Lokalwährung bezahlen

    Hebel klein bis mittel

    Fragt das Terminal «CHF oder EUR?», wähle die Lokalwährung. Die Umrechnung durch den Händler ist fast immer teurer. Für Ferien lohnt sich eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr.

  • 30

    Mahngebühren vermeiden

    Hebel klein

    eBill und Daueraufträge für fixe Rechnungen. Jede Mahnung kostet, und wer bei der Krankenkasse gemahnt ist, kann nicht wechseln.

Einkaufen und Alltag

  • 31

    Punkte einlösen, nicht horten

    Hebel klein

    Cumulus, Supercard und Co. bringen grob ein Prozent zurück. Der Hack ist das Einlösen: Bons verfallen, Punkte liegen jahrelang herum. Und bedenke: Du bezahlst mit deinen Einkaufsdaten.

  • 32

    Kilopreis statt Packungspreis

    Hebel klein

    Die grosse Packung ist nicht immer günstiger. Schau auf den Preis pro Kilo oder Liter auf dem Preisschild.

  • 33

    Die 30-Tage-Regel

    Hebel mittel

    Willst du spontan etwas kaufen, setz es 30 Tage auf eine Liste. Willst du es danach immer noch, kauf es. Meistens willst du nicht mehr.

  • 34

    Kosten pro Nutzung rechnen

    Hebel mittel

    Nicht der Preis zählt, sondern der Preis pro Nutzung. Gute Schuhe für 200 Franken, die fünf Jahre halten, sind günstiger als drei Paar für je 80.

  • 35

    Second Hand verkaufen

    Hebel klein

    Ricardo, Tutti, Flohmarkt. Was im Keller steht, ist totes Kapital.

  • 36

    Ferien ausserhalb der Schulferien

    Hebel mittel

    Wer flexibel ist, zahlt für denselben Flug und dasselbe Hotel oft deutlich weniger.

  • 37

    Kakeibo: das Haushaltsbuch aus Japan

    Hebel klein bis mittel

    Vier Fragen pro Monat: Wie viel habe ich? Wie viel will ich sparen? Wie viel gebe ich aus? Wie kann ich mich verbessern? Funktioniert ohne App.

  • 38

    Ein Monat ohne Extras

    Hebel klein bis mittel

    Ein Monat lang nur Fixkosten und Lebensmittel. Danach weisst du genau, wo dein Geld sonst versickert.

  • 39

    Der Chai-Latte-Test

    Hebel klein

    CHF 6 pro Werktag sind rund CHF 1'380 im Jahr. Als Sparplan angelegt, könnten daraus in zehn Jahren knapp CHF 20'000 werden (Rechenbeispiel, 7 % Rendite pro Jahr, keine Garantie). Aber: Streich zuerst, was dir nichts bedeutet. Was dir Freude macht, darf bleiben.

Und zum Schluss

  • 40

    Einmal im Jahr: der Geld-Check

    Hebel gross

    Ein fixer Termin: im Herbst wegen der Versicherungen, oder dann, wenn du die Steuererklärung machst. Krankenkasse, Versicherungen, Abos, 3a, Gebühren, Miete. Eine Stunde pro Jahr, und die Hälfte dieser Liste ist erledigt.

Erzähl es weiter

Kennst du jemanden, der auch zu viel für Krankenkasse, Gebühren oder Abos zahlt? Schick ihm die Liste.

Keine Anlage- oder Steuerberatung. Bei grösseren Entscheiden, etwa einem Pensionskasseneinkauf, lohnt sich eine Fachperson.

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