Ist dein Risiko noch das richtige?
Dein Risikoprofil ist nicht für immer festgelegt. Ein neuer Job, eine Hypothek, Kinder, mehr Vermögen oder die Pensionierung verändern, wie viel Risiko du tragen kannst und willst.
Wann könntest du einen grösseren Teil dieses Geldes frühestens brauchen?
Denk an das Geld, das du anlegst oder anlegen willst, ohne deinen Notgroschen.
Wie lange könntest du ohne Einkommen leben, ohne deine Anlagen anzurühren?
Nur mit Erspartem auf dem Konto. Diese Reserve fängt alles Unerwartete auf: einen Jobverlust, eine hohe Zahnarztrechnung, einen Schaden, den keine Versicherung zahlt.
Wie viel von deinem gesamten Vermögen ist dieses Geld?
Zähl Konto, Wertschriften, Säule 3a und das Eigenkapital in einer Immobilie zusammen. Die Pensionskasse nicht.
Stell dir vor: Die Börse crasht.
CHF 10'000
−30 %
CHF 7'000
−30 % ist nicht theoretisch. S&P 500 in der Corona-Krise: −34 %. Finanzkrise: −57 %. Dotcom-Crash: −49 %.
Was würdest du wahrscheinlich tun?
Nicht, was du tun solltest. Keine Antwort ist richtig oder falsch.
Warum zeigen wir dir das?
Weil sich Risikobereitschaft leichter einschätzen lässt, wenn du dir eine konkrete Situation vorstellst, statt eine Zahl auf einer Skala anzukreuzen.
Und wenn die Erholung Jahre dauert?
So lange brauchte der S&P 500 zurück aufs alte Hoch:
- Dotcom-Crashrund 7 Jahre
- Finanzkriserund 5½ Jahre
- Corona-Kriserund 6 Monate
In US-Dollar und ohne Dividenden. In Franken gerechnet dauerte es teils deutlich länger.
Dein angelegtes Geld ist fünf Jahre lang weniger wert, als du eingezahlt hast. Wie gehst du damit um?
Wie vertraut bist du mit Anlagen?
Mehr Erfahrung erhöht dein Ergebnis nicht. Sie hilft nur einzuschätzen, wie verlässlich die Antworten zum Crash sind.
Und wenn es −50 % werden?
CHF 10'000
−50 %
CHF 5'000
Was würdest du jetzt tun?
In der Finanzkrise waren es beim S&P 500 sogar rund −57 %. Diese Frage sehen nur jene, die bis hier sehr gelassen geantwortet haben.
3Faktoren
Was dein Ergebnis bestimmt
Drei Dinge entscheiden, wie viele Aktien zu dir passen. Es zählt immer das, was am stärksten bremst. Mut hilft nicht, wenn Zeit oder Reserve fehlen.
- Anlagehorizontbremst
- Reserve & Vermögenbremst
- Nerven im Crashbremst
Du hast bisher kaum investiert. Darum rechnen wir bei deinen Crash-Antworten eine Stufe vorsichtiger: Wer noch nie einen echten Einbruch erlebt hat, unterschätzt oft, wie sehr er schmerzt.
2Szenarien
Was das in Franken bedeutet
Aktien −30 %, ähnlich wie Corona 2020
Aktien −50 %, ähnlich wie die Finanzkrise 2008
Und die gute Seite? Wer mehr Aktien hält, erlebt tiefere Einbrüche, verdient über viele Jahre aber im Schnitt auch mehr. Mit weniger Aktien schwankt es weniger, dafür wächst dein Geld langsamer.
Vereinfacht gerechnet mit deinem Beispielbetrag: Nur die Aktien fallen, der Rest bleibt gleich. In Wirklichkeit fallen manchmal auch Obligationen, wie 2022. Gebühren und die Mischung deiner Anlagen verändern das Bild zusätzlich.
1Regel
Dein Risikoprofil verändert sich mit deinem Leben.
Vor drei Jahren sah deine Situation vielleicht ganz anders aus. Ein neuer Job, eine Hypothek, Kinder, mehr Vermögen oder die Pension in Sicht: Dann passt womöglich auch dein Aktienanteil nicht mehr.
Mach den Check wieder, wenn sich eines davon ändert:
- Job
- Einkommen
- Familie
- Wohnen
- Vermögen
- Schulden
- Pensionierung
Hinweis: Der Risiko-Check dient ausschliesslich der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine persönliche Anlageberatung. Die Ergebnisse stellen keine Empfehlung für eine bestimmte Anlage oder Aktienquote dar.
Methodik & Quellen
Wie der Check rechnet
So rechnet der Check. Drei Dinge zählen: wann du das Geld brauchst, wie gut dich Reserve und Vermögen abfedern und wie du auf Einbrüche reagierst. Jedes erlaubt höchstens einen bestimmten Aktienanteil, und es gilt der tiefste. Viel Mut gleicht zu wenig Zeit oder Reserve also nie aus. Die Kriterien lehnen sich an die Eignungsprüfung der Banken an (FIDLEG Art. 12).
Warum ab 7 Jahren bis 100 %? Seit 1988 endeten nur 2 % aller 7-Jahres-Zeiträume des S&P 500 im Minus (in Dollar, mit Dividenden). In Franken war es wegen des starken Frankens jeder fünfte. Darum bremsen die Fragen zu Reserve und Crash zusätzlich.
Annahmen. Breit gestreute Aktien, etwa über ETF. Pensionskasse und übriges Vermögen sind nicht berücksichtigt.
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Quellen: FIDLEG Art. 12 · S&P 500 mit Dividenden · SNB Devisenkurse
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