3-2-1 Geld - Dein Prompt für einen Versicherungs-Check
10 Minuten. Dein Geld. Diese Woche.
Heute geht’s um:
Die Erfolgsstory der ETFs und überteuerten Fonds
Den Weg zur ersten Million
Warum dein Geld auf dem Bankkonto an Kaufkraft verliert
Wir geben dir den Prompt für einen Versicherungs-Check. Vielleicht bezahlst du ja zuviel
Dazu gibt’s 50 % Rabatt auf die Bitcoin-Basiswissen-Kurse vom House of Satoshi. Jetzt Bitcoin verstehen, bevor der nächste Kursanstieg kommt
3Dinge
1. Wann bin ich Millionär oder Millionärin?
Es gibt kaum etwas in der Geldwelt, das so unterschätzt wird wie der Zinseszins. Aktien und Obligationen können laufend Erträge abwerfen: Dividenden bei Aktien, Zinsen bei Obligationen, dazu kommen Kursgewinne.
Lässt du diese Erträge im Investment und werden sie wieder angelegt, wirft im nächsten Jahr nicht mehr nur dein ursprünglich investiertes Geld etwas ab, sondern auch die bereits erzielten Erträge.
Das Motto ganz einfach: Du chillst, dein Geld arbeitet.
Was Zeit für dich erledigt
Der Swiss Performance Index (SPI), das Barometer für Schweizer Aktien mit rund 200 Titeln, brachte zwischen 1900 und 2025 im Schnitt 6,8 Prozent pro Jahr. Nach Abzug der Inflation blieben davon im Schnitt rund 4,6 Prozent reale Rendite pro Jahr, also das, was tatsächlich an Kaufkraft dazugewonnen wurde.
Wer regelmässig investiert und mit dieser Rendite rechnet, muss je nach Alter unterschiedlich viel pro Monat sparen, um mit 65 eine Million zu erreichen:
| Nötiger Sparbetrag pro Monat für CHF 1 Mio. mit 65 | |||
| Alter | Horizont | Nominal | Real |
| 25 | 40 J. | CHF 426 | CHF 745 |
| 30 | 35 J. | CHF 611 | CHF 981 |
| 35 | 30 J. | CHF 887 | CHF 1'315 |
| 40 | 25 J. | CHF 1'315 | CHF 1'807 |
| 45 | 20 J. | CHF 2'015 | CHF 2'575 |
| 50 | 15 J. | CHF 3'267 | CHF 3'898 |
| 55 | 10 J. | CHF 5'907 | CHF 6'612 |
| Annahme: SPI-Sparplan, 6,8% Rendite p.a. nominal / 4,6% real (geometrisches Mittel 1900–2025). "Real" = nötiger Betrag, damit das Ergebnis in heutiger Kaufkraft eine Million wert ist. Quelle: Pictet Wealth Management, Februar 2026, Tabelle 1, S. 3. Vergangenheitswerte, keine Garantie für die Zukunft. | |||
Wichtig dabei: Das ist Vergangenheit, keine Garantie. Niemand weiss, ob die nächsten 40 Jahre gleich verlaufen wie die letzten 126.
Damit der Zinseszins für dich arbeitet
Die Rechnung oben hat allerdings einen wichtigen Haken: Sie setzt voraus, dass die Erträge im Investment bleiben und wieder angelegt werden. Bei einem ETF oder Fonds gibt es deshalb einen kleinen, aber wichtigen Unterschied: thesaurierend oder ausschüttend.
Ein thesaurierender Fonds legt erhaltene Dividenden automatisch wieder an. Bei einem ausschüttenden Fonds bekommst du das Geld auf dein Konto und musst es selbst wieder investieren.
Das klingt nach einem kleinen Detail. Über Jahrzehnte kann es aber einen Unterschied machen. Denn wenn du jede Ausschüttung selbst wieder investierst, können dabei Transaktionskosten anfallen. Und solange das Geld auf deinem Konto liegt, arbeitet es nicht im Investment weiter.
Wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst, lohnt sich deshalb ein Blick darauf, was mit den Erträgen deines ETFs passiert.
Deine Million ist kleiner, als sie tönt
Der unbequeme Teil der Rechnung: Eine Million in 40 Jahren ist nicht gleich viel wert wie eine Million heute.
Die Schweizer Inflation lag zwischen 1900 und 2025 im Schnitt bei 2,1 Prozent pro Jahr. Deshalb zeigt die Tabelle neben dem nominalen Sparbetrag auch, wie viel du sparen müsstest, um mit 65 die Kaufkraft von CHF 1 Mio. von heute zu erreichen.
Was du diese Woche tun kannst: Richte einen ETF-Sparplan ein – und sei er noch so klein. Der Unterschied zwischen 25 und 35 sind zehn Jahre Zinseszins. Und die bekommst du nicht zurück.
3-2-1-Merksatz
3 – Der Zinseszins braucht Zeit. Je länger dein Geld investiert bleibt, desto stärker können die Erträge selbst wieder Erträge erzeugen.
2 – Dividenden und andere Erträge sollten langfristig wieder investiert werden, wenn du den Zinseszins voll nutzen willst. Bei ausschüttenden ETFs musst du das selbst erledigen.
1 – Zeit ist beim Vermögensaufbau dein stärkster Verbündeter. Früh anfangen ist oft wichtiger, als den perfekten Zeitpunkt zu finden.
→ Hast du schon einen grösseren Betrag zur Seite gelegt statt monatlich zu sparen? Passender Tipp dazu weiter unten in dieser Ausgabe: «Dein Geld wartet nicht auf den perfekten Zeitpunkt».
2. 50 Jahre Indexfonds: Warum ETFs so gross geworden sind
1976 lancierte John C. Bogle bei Vanguard den ersten Indexfonds für Privatanleger. Seine Idee war simpel: Nicht versuchen, den Markt zu schlagen. Einfach den Markt kaufen und möglichst wenig dafür bezahlen.
Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Bogle wollte ursprünglich 50 bis 150 Millionen Dollar einsammeln. Am Ende kamen gerade einmal 11,3 Millionen zusammen. Kritiker nannten das Projekt «Bogle's Folly». Heute ist das Prinzip längst Mainstream.
Einfach den Markt kaufen
Ein aktiver Fonds versucht, besser abzuschneiden als ein Vergleichsindex. Dafür braucht es Fondsmanager, Analysten und laufend Entscheidungen. Ein Indexfonds macht etwas viel Einfacheres: Er bildet einen breiten Aktienindex möglichst genau ab.
Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Kosten sind tiefer. Und das ist wichtiger, als es klingt. Denn Gebühren werden jedes Jahr von deinem Vermögen abgezogen. Was heute als kleine Differenz aussieht, kann über Jahrzehnte viel ausmachen.
Schlagen aktive Fonds den Index?
Studien zeigen, dass vier von fünf der aktiv verwalteten Fonds ihre Vergleichsindizes über längere Zeiträume nicht schlagen. Das Problem ist nicht nur die Gebühr. Ein aktiver Fonds muss erst einmal besser sein als der Index, also der Markt, und zusätzlich seine höheren Kosten verdienen.
Deshalb ist die entscheidende Frage nicht: «Welcher Fonds hatte letztes Jahr die beste Rendite?» Sondern: «Was bekomme ich für die Kosten, die ich bezahle?»
Was du diese Woche tun kannst
Schau in dein Depot. Welche Fonds hast du? Was kosten sie? Und wie haben sie sich langfristig entwickelt? Vergleiche deinen Fonds mit dem passenden Vergleichsindex, möglichst über fünf oder zehn Jahre und nach Kosten.
3-2-1-Merksatz
3 – Schau, welche Fonds du im Depot hast.
2 – Prüfe Kosten und langfristige Rendite und vergleiche deinen Fonds mit seinem Index.
1 – Frag dich: Ist mir der Aufpreis das wert?
3. Wie viel Schweiz steckt eigentlich in deinem ETF?
Wie bereits in der ersten Story erwähnt, hat der Swiss Performance Index (SPI) historisch betrachtet rund 6,8 Prozent Rendite pro Jahr erzielt.
Doch der SPI ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, in Schweizer Aktien zu investieren. Je nachdem, welchen Index dein ETF abbildet, kann dein Geld ziemlich unterschiedlich über Schweizer Unternehmen verteilt sein.
SMI ist nicht gleich Schweizer Aktienmarkt
Der SMI enthält die 20 grössten und liquidesten Schweizer Aktien. Er deckt damit rund 75 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des Schweizer Aktienmarkts ab.
Der SPI ist deutlich breiter. Er umfasst praktisch den gesamten Schweizer Aktienmarkt und damit auch kleinere Unternehmen.
Trotzdem ist auch der SPI nicht gleichmässig verteilt. Die grossen Konzerne haben dort weiterhin ein erhebliches Gewicht.
Das ist wichtig, denn 20, 200 oder mehr Aktien im Index sagen allein noch nicht, wie breit dein Geld tatsächlich verteilt ist.
Die Macht der drei Grossen
Ein Blick auf Nestlé, Roche und Novartis zeigt, wie stark wenige Unternehmen den Schweizer Aktienmarkt prägen können.
Im SMI haben die drei zusammen ein Gewicht von rund 45 %. Auch im breiteren SPI gehören sie zu den Schwergewichten mit 35%.
Heisst: Kaufst du einen Schweizer ETF, kaufst du nicht einfach «die Schweiz». Du kaufst zu einem beträchtlichen Teil auch die grossen Schweizer Konzerne.
Und welcher Index hat besser abgeschnitten?
Schauen wir zehn Jahre zurück und vergleichen die Total-Return-Indizes. Dabei werden die Dividenden wieder angelegt.
| Schweizer Aktienindizes: 2016–2025 | ||
| Index | Rendite p.a. | CHF 10'000 → |
| SPI Total Return | 7,20 % | CHF 20'033 |
| SMI Total Return | 7,57 % | CHF 20'737 |
| SPI Select Dividend 20 | 9,65 % | CHF 25'135 |
| Total-Return-Indizes, 2016–2025. Dividenden reinvestiert. Vor ETF-Kosten. | ||
Der Gewinner, der SPI Dividend Index, verfolgt eine ganz andere Strategie. Aus dem SPI werden 20 Aktien ausgewählt, die unter anderem eine stabile Dividendenhistorie, eine hohe Dividendenrendite und solide Rentabilität aufweisen. Die Auswahl wird regelbasiert jedes Jahr überprüft.
Dividenden können helfen – müssen aber nicht
Das zeigt sich auch in schwachen Börsenjahren. 2022 verlor der SPI 16,5 Prozent. Der SPI Select Dividend 20 kam mit 10,4 Prozent Minus etwas besser durch das Jahr.
Das bedeutet aber nicht, dass Dividendenaktien grundsätzlich weniger riskant oder langfristig besser sind. Eine Dividendenstrategie ist eine andere Wette: auf Unternehmen, die vergleichsweise hohe und stabile Dividenden zahlen und gleichzeitig bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.
Dafür ist das Portfolio mit 20 Titeln auch deutlich konzentrierter.
Drei Indizes, drei unterschiedliche Portfolios
Und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf den Index, bevor du einen ETF kaufst.
SMI: Die grossen und liquidesten Schweizer Unternehmen. Du setzt stark auf die Schweizer Blue Chips.
SPI: Ein deutlich breiterer Querschnitt des Schweizer Aktienmarkts, inklusive kleinerer Unternehmen.
SPI Select Dividend 20: 20 Aktien mit Fokus auf hohe Dividenden und solide Rentabilität.
Keiner davon ist automatisch «der beste» Schweizer ETF. Die Frage ist vielmehr: Was möchtest du mit deinem Schweizer Aktienanteil erreichen? Denn ein ETF ist nicht automatisch breit diversifiziert, nur weil «Schweiz» draufsteht.
Übrigens: Auf justETF findest du eine Übersicht der ETFs auf Schweizer Aktien. Aber aufgepasst: Neben SMI, SPI und SPI Select Dividend 20 gibt es noch weitere Indizes, die Schweizer Aktien abbilden – ein Blick auf die Zusammensetzung lohnt sich also.
3-2-1-Merksatz
3 – SMI, SPI und SPI Select Dividend 20 bilden den Schweizer Aktienmarkt unterschiedlich ab.
2 – Mehr Aktien im Index bedeuten nicht automatisch, dass dein Geld gleichmässig verteilt ist.
1 – Schau bei einem ETF nicht nur auf den Namen. Schau darauf, was tatsächlich darin steckt und vergleiche die historische ETF-Renditeentwicklung. Da sind auch Kosten berücksichtigt.
2Tipps
1. Dein Geld wartet nicht auf den perfekten Zeitpunkt
Erbe, Bonus oder Hausverkauf: Plötzlich liegt ein grösserer Betrag auf dem Konto. Viele investieren das Geld nicht auf einmal, sondern Stück für Stück. Das fühlt sich sicherer an. Aber es kostet Zeit.
Zeit ist dein grösster Vorteil
Der breite Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SPI, hat seit 1900 im Schnitt 6,8 Prozent pro Jahr erzielt. Nehmen wir diese Rendite als Beispiel. Wer mit 25 Jahren einmalig CHF 71'970 investiert und das Geld bis 65 liegen lässt, kommt rechnerisch auf CHF 1 Million.
| Einmalbetrag für CHF 1 Mio. mit 65 | ||
| Alter heute | Horizont | Einmalbetrag |
| 25 | 40 Jahre | CHF 71'970 |
| 30 | 35 Jahre | CHF 100'001 |
| 35 | 30 Jahre | CHF 138'951 |
| 40 | 25 Jahre | CHF 193'072 |
| 45 | 20 Jahre | CHF 268'272 |
| 50 | 15 Jahre | CHF 372'762 |
| 55 | 10 Jahre | CHF 516'791 |
Der Unterschied wird mit zunehmendem Alter schnell gross. Mit 25 reichen in dieser Rechnung CHF 71'970. Wer die Million stattdessen über 40 Jahre mit einem Sparplan aufbaut, muss insgesamt rund CHF 204'600 einzahlen.
Warum? Weil bei der Einmalanlage das ganze Geld von Anfang an investiert ist. Jeder Franken hat 40 Jahre Zeit zu wachsen.
Die Rechnung ist eine Modellrechnung mit 6,8 Prozent jährlicher Rendite. Historische Renditen sind keine Prognose für die Zukunft.
Aber was, wenn der Crash kommt?
Genau hier liegt der Haken. Wer einen grossen Betrag auf einmal investiert, kann einen schlechten Zeitpunkt erwischen. Wer beispielsweise Anfang 2008 den ganzen Betrag investiert hätte, verlor mit dem SPI im selben Jahr 33,87 Prozent. Aus CHF 517'950 wären rechnerisch rund CHF 342'000 geworden.
Bis der SPI wieder das Niveau von Ende 2007 erreichte, dauerte es bis Ende 2013 – sechs Jahre. Mit 25 und noch 40 Jahren Zeit ist so ein Einbruch unangenehm. Mit 55 und nur noch zehn Jahren bis zur Pensionierung sieht es anders aus.
Ein gestaffelter Einstieg kann deshalb sinnvoll sein, wenn du einen grossen Verlust direkt nach der Investition nur schwer aushalten würdest. Während die Kurse fallen, investierst du weiter und kaufst für dein Geld mehr Anteile.
Der Tipp
Hast du einen grösseren Betrag zur Verfügung, musst du ihn nicht automatisch über Jahre verteilen. Je länger dein Anlagehorizont ist, desto mehr spricht dafür, das Geld früh zu investieren. Wenn dir eine Einmalanlage zu heikel ist, kannst du den Betrag auch über beispielsweise sechs oder zwölf Monate verteilen. Was du vermeiden solltest: jahrelang auf den perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten.
2. Prüfe deine Versicherungs-Kündigungsfristen
Versicherungen haben eine erstaunliche Eigenschaft: Du kannst jahrelang Geld dafür bezahlen, ohne dich je wieder damit zu beschäftigen. Hausrat. Privathaftpflicht. Auto. Rechtsschutz. Was einmal abgeschlossen ist, läuft einfach weiter.
Dabei verändert sich dein Leben. Du ziehst um, kaufst ein Auto, bekommst Kinder, arbeitest mehr im Homeoffice oder hast plötzlich ein E-Bike statt eines alten Velos. Deine Versicherung weiss davon nicht automatisch.
Auch die Prämien verändern sich. Laut einer Comparis-Umfrage zahlten 45 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer mit Autoversicherung 2026 mehr als im Vorjahr. Trotzdem wechselten nur 6 Prozent den Anbieter. 44 Prozent derjenigen, die wechselten, sparten dabei mindestens CHF 200 pro Jahr.
Die Frage ist deshalb nicht nur: Ist meine Versicherung teurer geworden? Sondern: Passt sie überhaupt noch zu meinem Leben und bekomme ich für mein Geld noch den richtigen Schutz?
Drei Fragen
Nimm deine Hausrat-, Privathaftpflicht- und – falls vorhanden – Autoversicherung hervor:
1. Was bezahle ich? Schau auf die tatsächliche Jahresprämie.
2. Was bekomme ich dafür? Prüfe Deckung, Versicherungssummen, Selbstbehalte und wichtige Ausschlüsse. Brauchst du den Schutz noch genau so? Oder Wenn hat sich etwas verändert?
3. Was würde eine vergleichbare Versicherung heute kosten? Hol zwei oder drei Offerten ein. Aber vergleiche nicht nur den Preis: Eine günstigere Police kann auch weniger leisten.
Und dann kommt der Teil, den man gerne vergisst: Schau auf das Vertragsende und die Kündigungsfrist. Je nach Vertrag kann eine verpasste Frist bedeuten, dass du länger gebunden bist. Bei bestimmten Prämienerhöhungen oder anderen Ereignissen können zusätzliche Kündigungsmöglichkeiten bestehen.
Wichtig: Neue Versicherung zuerst bestätigen lassen, alte erst danach kündigen. Sonst sparst du vielleicht Geld und kaufst dir dafür eine Deckungslücke.
Der Tipp
Nimm dir 30 Minuten, prüfe deine wichtigsten Versicherungen und hole zwei oder drei vergleichbare Offerten ein.
Du kannst dafür auch ChatGPT oder Claude einsetzen. Wir haben einen einfachen Prompt gebaut, der deine Police in verständliches Deutsch übersetzt und dir zeigt, worauf du beim Vergleich achten solltest.
Der Check eignet sich gut für eine erste Einschätzung: Wo gibt es Unterschiede? Was solltest du genauer anschauen? Wo lohnt sich ein Vergleich? Er ersetzt aber keine detaillierte Prüfung deiner Versicherung und keine professionelle Beratung, gerade wenn es um komplexe Policen oder grössere Risiken geht.
1Idee
«Dein Geld schmilzt, du siehst es nur nicht»
«Bitcoin? Das ist doch etwas für Drogendealer, Tech-Nerds, Krypto-Freaks und Finanzprofis.» Vielleicht hast du das auch schon gedacht.
Aber Bitcoin ist längst mehr als eine Wette auf einen steigenden Kurs. Es geht um eine viel grundlegendere Frage: Was ist eigentlich gutes Geld? Denn auch der Schweizer Franken ist nicht vor Geldentwertung geschützt.
Dein Konto schmilzt, langsam, aber planmässig
Die Nationalbank definiert Preisstabilität als Teuerung von weniger als 2 Prozent pro Jahr, das ist eine Obergrenze, kein Zielwert. Nimmst du diese 2 Prozent trotzdem als Rechnungsgrundlage, wird schnell klar, was «weniger als 2 Prozent» über die Zeit bedeutet: CHF 100'000 haben in 20 Jahren noch die Kaufkraft von rund CHF 67'300, in 30 Jahren noch rund CHF 55'200. Fast die Hälfte weg, ohne dass ein Franken vom Konto verschwindet.
Das ist Zinseszins in die Gegenrichtung. Mathematisch dieselbe Formel wie beim Sparen, nur einmal vorwärts gerechnet und einmal rückwärts: Was beim Sparen aus CHF 100'000 mit der Zeit mehr macht, macht bei der Inflation aus derselben Summe weniger wert. Es verschwindet kein Geld vom Konto wie bei einem Minuszins, es kauft nur immer weniger.
Ein anderes Prinzip
Das ist der Punkt, an dem Bitcoin interessant wird. Bitcoin folgt einem anderen Prinzip: Es wird niemals mehr als 21 Millionen Bitcoin geben. Genau deshalb wird Bitcoin zunehmend mit Gold verglichen. Gold ist knapp und seit Jahrhunderten ein Wertspeicher. Bitcoin ist ebenfalls knapp, aber digital, weltweit übertragbar und ohne zentrale Ausgabestelle.
Bitcoin ist längst kein Nischenthema mehr. Die USA haben im März 2025 per Dekret eine strategische Bitcoin-Reserve etabliert. BlackRock, der weltweit grösste Vermögensverwalter, bietet mit ihrem Bitcoin-ETF eines der erfolgreichsten Finanzprodukte der eigenen Geschichte an. Und auch in der Schweiz ist Bitcoin längst im Bankensystem angekommen.
Der Gegenpunkt: Gold zittert nicht so
Was gegen den Gold-Vergleich spricht: Gold schwankt selten mehr als 20 Prozent innerhalb eines Jahres. Bitcoin stieg im Oktober 2025 auf ein Allzeithoch von rund USD 126'000, heute liegt der Kurs bei rund USD 80'000, ein Minus von über einem Drittel in weniger als einem Jahr. Das ist kein Grund, Bitcoin zu ignorieren, aber ein Grund, die Werbe-Analogie mit Vorsicht zu geniessen.
Und trotzdem passiert bei Menschen immer wieder dasselbe: Sie interessieren sich genau dann für Bitcoin, wenn der Kurs gerade Rekordhöhen erreicht. Das ist kein Argument, jetzt zu kaufen. Es ist ein Argument, sich vorher damit zu beschäftigen, denn wer erst bei Rekordkursen beginnt, sich mit Bitcoin auseinanderzusetzen, hat möglicherweise genau den schlechtesten Zeitpunkt erwischt, um herauszufinden, worum es eigentlich geht.
Finde heraus, ob und warum Bitcoin für dich relevant sein könnte. Zum Beispiel:
Als Investment: eine sinnvolle Ergänzung zu Aktien, ETFs oder anderen Anlagen?
Als Schutz vor Geldentwertung: ein knappes, nicht beliebig vermehrbares Gut im eigenen Vermögen?
Als digitales Gold: langfristig eine ähnliche Funktion wie Gold, trotz der Volatilität von heute?
Als neues Geld: was würde es bedeuten, wenn Bitcoin einmal zu einem globalen Zahlungsmittel wird?
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