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3-2-1 Geld - Deine grössten Denkfehler

10 Minuten. Dein Geld. Diese Woche.

3Dinge

1. Die grössten Fehler passieren im Kopf, nicht am Markt

«Ich investiere, sobald die Börse etwas günstiger ist.» Diesen Satz hast du dir wahrscheinlich schon selbst gesagt.

Die Kurse sind gerade hoch. Ein Zinsentscheid steht an. Oder du willst einfach noch etwas mehr Sicherheit, bevor du einsteigst. Das Problem: Den perfekten Einstiegszeitpunkt erkennst du erst im Rückblick. Nie im Moment selbst.

Und während du wartest, bleibt dein Geld liegen. Damit bist du nicht allein.

Laut einer Vontobel-Umfrage aus dem Jahr 2023 unter über 1'000 Personen in der Schweiz geht rund zwei Drittel eher vorsichtig ans Investieren heran.

Was das konkret bedeutet: Bei den vorsichtigen Anlegenden liegt fast das gesamte Vermögen auf dem Konto. Bei den risikofreudigeren sind es nur vier Prozent.

Vorsicht fühlt sich gut an. Aber sie kann teuer werden, wenn dein Geld über Jahre kaum wächst.

Der Vergleich, der wehtut

Was wäre, wenn du immer zum falschen Zeitpunkt investierst?

Der US-Gigant Charles Schwab hat genau das durchgerechnet. Fünf fiktive Anleger investieren jedes Jahr denselben Betrag in den S&P 500. Der Unterschied: Sie steigen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein.

Einer erwischt den perfekten Zeitpunkt. Einer den schlechtesten. Einer investiert einfach regelmässig. Und einer wartet lieber ab.

Der Schwab-Vergleich: 20 Jahre, USD 2'000 pro Jahr, S&P 500
Wer Strategie Endsumme
Peter Perfect kauft immer exakt am Jahrestief 186'077
Ashley Action kauft jeweils am ersten Handelstag des Jahres 170'555
Matthew Monthly teilt den Betrag in 12 Monatsraten, ein Sparplan 166'591
Rosie Rotten kauft immer exakt am Jahreshoch 151'343
Larry Linger lässt das Geld in Treasury Bills liegen, investiert nie 47'357
Alle Beträge in USD, ohne Umrechnung. Schwab Center for Financial Research, «Does Market Timing Work?», Stand 18.07.2025. Je 2'000 Dollar pro Jahr während 20 Jahren (2005 bis 2024), investiert in den S&P 500 Index.

Peter erzielt das beste Ergebnis, weil er rückblickend immer am Jahrestief investiert. Diese Strategie ist in der Realität nicht planbar.

Die Überraschung: Selbst Rosie, die immer zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt investiert, liegt am Ende deutlich vor Larry. Larry wartet die ganze Zeit auf den perfekten Moment.

Fazit: Schlecht investiert ist oft besser als gar nicht investiert.

Wieso dein Bauch mitredet

Dein Bauch will dich schützen. Beim Investieren steht er dir aber manchmal im Weg.

Bei fallenden Kursen wird aus «Ich investiere langfristig» plötzlich «Ich steige lieber aus und kaufe später günstiger zurück». Bei steigenden Kursen wird aus «Ich warte auf einen besseren Einstieg» plötzlich «Wenn ich jetzt nicht kaufe, verpasse ich den Zug».

Beides hat denselben Effekt: Du verschiebst deine Entscheidung immer wieder.

Aber nicht jedes Warten ist falsch

Entscheidend ist dein Anlagehorizont: Geld, das du bald brauchst, gehört auf ein Konto oder in eine risikoarme Anlage. Geld, das du während fünf, zehn oder mehr Jahren nicht benötigst, kann langfristig investiert werden.

Lege also heute fest, wie du investierst, wenn du den perfekten Zeitpunkt nicht kennst. Zum Beispiel:

  • Ein fixer Betrag jeden Monat.

  • Ein Anlagehorizont von mindestens fünf bis zehn Jahren.

  • Keine spontanen Käufe oder Verkäufe wegen Schlagzeilen.

Du brauchst keinen perfekten Plan. Du brauchst einen, den du auch dann einhältst, wenn die Börse ungemütlich wird.

3-2-1 Merksatz

3: Den perfekten Einstiegszeitpunkt erkennst du erst im Rückblick, nie vorher.

2: Ein Anlageplan schützt dich davor, bei jeder Schlagzeile neu zu entscheiden.

1: Starte mit einer Strategie, die du auch bei fallenden Kursen durchhältst.

2. Dein Welt-ETF kauft nicht die Welt

Ein Depot mit fünf oder sechs ETFs sieht nach einer ausgeklügelten Strategie aus. Für den Aktienteil brauchst du aber oft nur einen einzigen: einen Welt-ETF.

Klingt simpel. Ist es auch, bis du merkst: «Welt» heisst nicht überall dasselbe.

Welt-ETF ist nicht gleich Welt-ETF

Die Indexanbieter MSCI und FTSE Russell bauen ihre Weltindizes nach einem ähnlichen Prinzip auf: Sie erweitern die Marktabdeckung Schritt für Schritt.

Stell dir drei Stufen vor. Stufe 1 deckt nur Industrieländer ab, etwa die USA, Japan oder die Schweiz. Stufe 2 ergänzt Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien. Stufe 3 nimmt zusätzlich kleinere Unternehmen auf, sogenannte Small Caps. Welcher Index zu welcher Stufe gehört, zeigt die Tabelle

Was jede Stufe abdeckt
Stufe Index Industrie­länder Schwellen­länder Small Caps
1 MSCI World / FTSE Developed Ja Nein Nein
2 MSCI ACWI / FTSE All-World Ja Ja Nein
3 MSCI ACWI IMI / FTSE Global All Cap Ja Ja Ja

Welt-ETF mit Small Caps: Was ist neu?

Seit dem 18. August 2026 gibt es einen neuen Welt-ETF von Vanguard, der die dritte Stufe abdeckt: Industrieländer, Schwellenländer und Small Caps in einem Fonds.

Neu ist nicht das Prinzip, das gibt es schon länger, sondern der Preis: 0,07 Prozent pro Jahr, günstiger als fast alle vergleichbaren Welt-ETFs. Über viele Jahre macht das bei den Gebühren einen spürbaren Unterschied.

MSCI World oder ACWI: Welcher Index lief besser?

Die Renditetabelle zeigt die Entwicklung der drei Indexstufen in US-Dollar, inklusive reinvestierter Dividenden.

ETFs pro Stufe, nach Kosten
ETF TER 3J 5J
STUFE 1 · NUR INDUSTRIELÄNDER
iShares Core MSCI World (Acc) 0,20% 58,97% 52,13%
Vanguard FTSE Developed World (Dist) 0,12% 61,78% 54,27%
STUFE 2 · + SCHWELLENLÄNDER
iShares MSCI ACWI (Acc) 0,20% 60,68% 50,41%
Vanguard FTSE All-World (Dist) 0,14% 60,31% 49,67%
STUFE 3 · + SMALL CAPS
SPDR MSCI ACWI IMI Unhedged (Acc) 0,17% 59,21% 48,57%
Vanguard FTSE Global All-Cap (Acc)1 0,07%
Quelle: justETF, Stand 12.09.2026. 3J/5J sind kumulierte Gesamtrenditen über den jeweiligen Zeitraum, inklusive Ausschüttungen, nicht annualisiert. 1 Seit 18.08.2026 im Handel, noch keine 3- oder 5-Jahres-Historie. Vergangene Rendite ist keine Garantie für künftige, keine Kaufempfehlung.

Die Tabelle zeigt: In den letzten fünf Jahren lag die erste Stufe vorne. Die ETFs nur mit Industrieländern (Stufe 1) entwickelte sich besser als die breiteren Varianten.

Der Grund: Die grossen US-Technologiefirmen liefen stark. Und genau diese Unternehmen machen im MSCI World einen besonders grossen Anteil aus.

Die breitere Streuung auf Schwellenländer und kleinere Unternehmen hat deshalb in diesem Zeitraum nicht automatisch mehr Rendite gebracht.

Aber Achtung: Die beste Rendite der letzten Jahre sagt dir nicht, welcher Index künftig besser läuft.

Welcher Welt-ETF passt zu dir?

Die wichtigste Frage ist nicht, welcher Index zuletzt gewonnen hat. Sondern: Welche Märkte willst du abdecken?

Wenn du dein Aktienportfolio mit möglichst wenig Aufwand aufbauen willst, reicht für viele Anleger ein ETF auf den MSCI ACWI oder FTSE All-World. Du besitzt damit grosse und mittelgrosse Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern.

Wer zusätzlich kleinere Unternehmen abdecken will, schaut sich ACWI IMI oder Global All Cap an.

Unser Tipp: Schau in deinem ETF-Factsheet nach, welche Märkte dein ETF tatsächlich abdeckt.

3-2-1-Merksatz

3: Welt-ETF ist nicht gleich Welt-ETF. Es gibt Varianten mit Industrieländern, mit Schwellenländern und mit zusätzlichen Small Caps.

2: Die breitere Variante hat in den letzten Jahren nicht automatisch mehr Rendite geliefert. Das sagt aber nichts darüber aus, welche Variante künftig besser abschneidet.

1: Für viele Anleger reicht ein ETF auf den MSCI ACWI oder FTSE All-World. Entscheidend ist, dass du weisst, welche Welt du besitzt.

3. Dein Geld kann sich vervierfachen

In unserer letzten Ausgabe haben wir dir die 72er-Regel gezeigt. Sie hilft dir, abzuschätzen, wie lange es dauert, bis sich dein Geld verdoppelt.

Aber was passiert danach? Aus einer Verdoppelung können zwei werden. Und aus zwei Verdoppelungen wird das Vierfache. Die 144er-Regel macht genau das sichtbar.

So funktioniert die 144-Regel

Teile 144 durch deine erwartete jährliche Rendite. Das Ergebnis ist die ungefähre Anzahl Jahre, bis sich dein Geld vervierfacht.

Nehmen wir an, du investierst CHF 10'000 und erzielst langfristig 8 Prozent Rendite pro Jahr.

  • Nach rund 9 Jahren: CHF 20'000.

  • Nach rund 18 Jahren: CHF 40'000.

Du hast dein Geld also nicht nur verdoppelt, sondern vervierfacht.

Woher sollen 8 Prozent Rendite kommen?

Eine solche Rendite ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine langfristige Annahme, die beispielsweise bei einem breit diversifizierten Aktien-ETF als Rechenbeispiel verwendet werden kann.

Die historische, langfristige Rendite von weltweit gestreuten Aktienmärkten liegt bei etwa 7 bis 8 Prozent pro Jahr nach Abzug der Inflation, wenn Dividenden reinvestiert werden.

Wie lange dauert es?

Wie lange bis sich dein Geld vervierfacht
Rendite pro Jahr Vervierfachung
3 % 48 Jahre
4 % 36 Jahre
6 % 24 Jahre
8 % 18 Jahre
10 % 14 Jahre

Warum das wichtig ist

Am Anfang wächst dein Vermögen vor allem durch deine Einzahlungen. Später arbeitet auch das bereits erzielte Wachstum für dich. Das ist der Zinseszins.

Je länger du investiert bleibst, desto stärker kann dieser Effekt werden. Zeit ist kein Garant für Rendite. Aber ohne Zeit hat der Zinseszins wenig Gelegenheit, zu wirken.

3-2-1-Merksatz

3: Mit einem breit diversifizierten Aktien-ETF kann dein Geld langfristig wachsen.

2: Zwei Verdoppelungen ergeben das Vierfache.

1: Teile 144 durch deine erwartete Rendite: So viele Jahre dauert es ungefähr bis zur Vervierfachung.

2Tipps

1. Überschätze dich nicht

Du kennst wahrscheinlich jemanden, der schlecht Auto fährt. Zu schnell, zu spät gebremst, zu wenig Abstand. Und trotzdem hält sich die Person für eine gute Autofahrerin oder einen guten Autofahrer.

Beim Investieren ist es ähnlich. Die Fehler anderer Anleger erkennst du schnell. Die eigenen übersiehst du dagegen leichter.

Was die Forschung zeigt

Die US-Ökonomen Brad Barber und Terrance Odean haben das Handelsverhalten tausender Privatanleger ausgewertet: Wer sein Wissen und seine Fähigkeiten überschätzt, handelt öfter, und wer öfter handelt, erzielt im Schnitt eine schlechtere Rendite als der Marktdurchschnitt, allein wegen der zusätzlichen Kosten.

Selbstüberschätzung zeigt sich aber nicht nur im Handelstempo. Typische Muster, die die Verhaltensökonomie mit übertriebenem Selbstvertrauen in Verbindung bringt:

  • sich von Emotionen leiten lassen

  • Investments anderer nachahmen

  • auf ein einzelnes Ereignis wetten

  • zu häufig kaufen und verkaufen

  • Verluste zu lange aussitzen oder Gewinne zu früh mitnehmen

Selbstständig zu investieren ist also nicht das Problem. Problematisch wird es, wenn du dich sicherer fühlst, als du tatsächlich bist.

Der Tipp: Mach den 3-Fragen-Check

Bevor du eine grössere Anlage kaufst, beantworte drei Fragen:

  1. Warum kaufe ich das? Weil es zu meinem langfristigen Plan passt oder weil der Kurs gerade steigt und alle darüber sprechen?

  2. Was kann schiefgehen? Was wäre ein realistischer Grund, weshalb du mit dieser Anlage Geld verlierst?

  3. Was mache ich, wenn die Anlage deutlich fällt? Würdest du ruhig bleiben oder müsstest du verkaufen, weil du das Geld brauchst?

Schreib deine Antworten kurz auf, insbesondere bei grösseren Käufen, egal ob ETF, Einzelaktien oder Bitcoin.

Der Nutzen: Du hältst deinen ursprünglichen Grund fest und kannst später prüfen, ob deine Überlegung richtig war oder ob du einfach Glück hattest.

Wenn du keinen klaren Grund nennen kannst oder den möglichen Verlust nicht aushalten würdest, verkleinere die Position oder kaufe nicht.

2. Steht Bitcoin vor dem Superzyklus? Oder ist Bitcoin zu teuer?

«Bitcoin ist doch schon viel zu teuer.» Diesen Satz hörten wir bei 40’000, 50’000, 80’000 und 120’000 Dollar. Trotzdem stieg der Kurs weiter.

Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit zeigt aber auch die andere Seite: 2025 startete Bitcoin bei rund 93’000 Dollar und stieg bis auf etwa 126’000 Dollar. Das entspricht einem Plus von rund 35 Prozent.

Im ersten Quartal 2026 fiel der Kurs zeitweise auf ungefähr 58’000 Dollar, rund 54 Prozent unter dem bisherigen Höchststand.

Volatilität ist bei Bitcoin deshalb beides: Chance und Risiko. Wer früh investiert und lange durchhält, kann stark profitieren. Wer aber kurz vor einem Kursrückgang kauft oder das Geld bald benötigt, kann ebenso hohe Verluste erleiden.

Die Frage ist deshalb nicht nur: «Ist Bitcoin heute zu teuer?» Die spannendere Frage lautet: Wie viel zukünftige Nachfrage ist im heutigen Preis bereits eingerechnet?

Willy Woo, ein bekannter Krypto-Analyst, stellt in einer neuen Bitcoin-Prognose erstmals einen sogenannten Superzyklus in Aussicht. Die Superzyklus-These geht davon aus, dass Bitcoin über mehrere Jahre stärker steigen könnte als in früheren Zyklen.

Die Bitcoin Investmentthese

Bitcoin ist noch längst keine Standardanlage in jedem Portfolio. Doch der Zugang wird einfacher: Banken, Vermögensverwalter, institutionelle Anleger und immer mehr Privatanleger beschäftigen sich mit Bitcoin.

Auch Staaten könnten künftig eine grössere Rolle spielen. Die USA haben mit ihrer Strategic Bitcoin Reserve bereits ein Zeichen gesetzt. Weitere Staaten könnten diesem Beispiel folgen – oder auch nicht.

Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt: Im Bitcoin-Protokoll sind maximal 21 Millionen Bitcoin vorgesehen. Und unser traditionelles Geld? Das wächst und verliert an Kaufkraft.

  • Mehr Zugang: Bitcoin wird über Banken, Börsen und Finanzprodukte einfacher investierbar.

  • Mehr Nachfrage: Weitere Privatanleger und Institutionen könnten Bitcoin in ihre Portfolios aufnehmen.

  • Begrenztes Angebot: Die Anzahl der Bitcoin lässt sich nicht beliebig ausweiten.

Aber Achtung: Knappheit allein garantiert keinen steigenden Preis. Entscheidend ist, ob künftig mehr Menschen Bitcoin kaufen wollen. Und auch Bitcoin kann nach starken Kursanstiegen massiv an Wert verlieren.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: «Ist Bitcoin bereits zu teuer?» Sondern: «Glaube ich, dass die Nachfrage in den nächsten fünf bis zehn Jahren stärker wächst, als der heutige Preis bereits erwartet?»

Der Tipp: Prüfe deine Bitcoin-These

Bevor du Bitcoin kaufst, solltest du nicht nur den aktuellen Kurs anschauen. Entscheidend ist, ob du die Chancen und Risiken wirklich verstanden hast.

Unsere Checkliste hilft dir dabei: Bitcoin-Checkliste: Ist Bitcoin etwas für dich?

Wichtig: Das ist keine Kaufempfehlung. Es geht darum, die eigene Investmentthese zu prüfen und das Risiko vor dem Kauf festzulegen – nicht erst nach dem nächsten Kurssturz.

1Idee

Gib jedem Franken einen Auftrag

Die meisten Menschen sparen, was am Monatsende übrig bleibt. Das Problem: Oft bleibt nichts übrig.

Ein anderer Ansatz dreht die Reihenfolge um: Du gibst deinem Geld bereits am Monatsanfang einen Auftrag. Wohnen. Alltag. Sparen. Investieren. Ferien. Und auch etwas Spass.

Das nennt sich nullbasierte Budgetierung, auf Englisch Zero-Based Budgeting.

Was hinter der Idee «Zero Budget» steckt

Das Prinzip stammt ursprünglich aus der Unternehmensplanung und wurde später auf private Budgets übertragen. Bekannt wurde es unter anderem durch Dave Ramseys Ansatz «Give every dollar a name».

Das Ziel ist nicht, alles auszugeben. Das Ziel ist, dass kein Franken planlos verschwindet.

Was bedeutet «null»?

Die Rechnung lautet: Einkommen − Ausgaben − Sparen − Investieren = 0

Das bedeutet nicht, dass du am Monatsende null Franken hast. Es bedeutet: Jeder Franken hat bereits eine Aufgabe. Auch dein Notgroschen, deine Säule 3a und dein ETF-Sparplan gehören dazu.

Du gibst dein Geld nicht einfach aus. Du entscheidest vorher, wohin es gehen soll.

So könnte es aussehen

Du verdienst CHF 6'000 netto im Monat: CHF 2'000 für Wohnen und Fixkosten, CHF 1'000 für Alltag und Freizeit, CHF 500 für den Notgroschen, CHF 500 für die Säule 3a, CHF 1'000 für ETF-Investments, CHF 500 für Ferien, CHF 500 für Sonstiges.

Am Ende steht die Rechnung bei null. Nicht, weil du alles ausgegeben hast, sondern weil du deinem Geld vorher gesagt hast, wohin es gehen soll.

Der Gegenpunkt: Wenn das Leben nicht mitspielt

Dann passt du deinen Plan an. Eine Reparatur. Eine unerwartete Rechnung. Ein Monat mit weniger Einkommen.

Zero-Based Budgeting bedeutet nicht, dass du jeden Franken starr verplanst. Es bedeutet, dass du bewusst entscheidest, was Priorität hat. Ein guter Budgetplan ist kein Gefängnis. Zudem hast du ja eine Reserve eingeplant (Sonstiges). Er gibt dir Kontrolle.

Deine Umsetzung

Nimm deinen nächsten Lohn und gib jedem Franken einen Auftrag. Nicht nur den Fixkosten. Auch dem Sparen, Investieren, den Ferien und dem Spass. Du wirst schnell sehen, wohin dein Geld tatsächlich fliesst. Und vielleicht auch, wo du es künftig lieber einsetzen möchtest.

10 Minuten.
Dein Geld.
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